CD-Kritik
April 2009
Frédéric Chopin, auf dem Piano gespielt
Nami Ejiri
Als die Japanerin Nami Ejiri vor fast sieben Jahren ihre erste CD "Bilder einer Ausstellung" vorlegte, konnte man nur begeistert sein. Nun kommt ihr zweiter Wurf "Chopin". Mit Werken von Frèdéric Chopin, den Nami Ejiri mit voller Insbrunst spielt. Die CD ist wieder ein beeindruckendes Beispiel für die Kunstfertigkeit von Nami Ejiri.
Nicht dass Nami Ejiri auf gleichem Niveau spielen würde wie noch vor einigen Jahren. Nein, sie hat sich weiterentwickelt, hat ihr Spiel verfeinert – und da gibt es wohl kaum eine bessere Musik als die von Frédéric Chopin, um dies unter Beweis zu stellen. Die große Besonderheit der Interpretation beim Spiel auf dem Piano von Nami Ejiri ist das Sich-Zuhören, das genaue Austarieren von Anschlagsnuancen und deren Wirkung.
Schon in der Polonaise-Fantasie Op. 61, die zu Beginn der CD steht, merkt man sofort, über welche Bandbreite an Ausdruck die Pianistin verfügt: von sensibelstem, fast hingehauchtem Pianissimo, das aber immer noch klangvoll ist, bis hin zu einem kraftvoll-voluminösen Fortissimo. Das natürliche Tempo rubato, das so wichtige Element in der Interpretation von Chopin, liegt ihr anscheinend im Blut.
Piano News 4/ 2009
Darmstädter Echo: CD Tipp
Nami Ejiri: Chopin
Sie ist wohl die bislang poetischste Chopin-lnterpretin: Nami Ejiri, ein neuer Stern am Pianistenhimmel. Sie dokumentiert es in ihrer Einspielung mit ausgewählten Werken des polnischen Komponisten (organo phon 90136), darunter die Polonaise-Fantaisie op. 61, Mazurken, die wunderschöne Berceuse op. 57, die man wohl kaum je so schwebend leicht gehört hat, Nocturnes und die Barcarolle, die beschaulich ruhig und glasklar sich einschwingt, und schließlich das Scherzo b-Moll op. 31, in dem die Pianistin beweist, dass sie eben auch dramatisch, fast szenisch dieses Werk interpretiert.
Wie von ferne scheint eine Melodie daherzukommen, und die A-Moll-Mazurka entschwindet ins Offene. Das alles ist nicht nur extrem ausgehört, sondern Ejiri betreibt Belcanto auf dem Klavier - schließlich war Chopin ein Bewunderer der Opern Bellinis. Ein schier traumhaftes Spiel der an der Frankfurter Musikhochschule unterrichtenden Pianistin, unter deren Händen jeder Ton ein Gedicht zu werden scheint. Am 24. April gibt sie in der Alten Oper in Frankfurt ein Konzert mit Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung" und den vier Scherzi Chopins.
Konzert-Kritik Nami Ejiri:
Chopin: Die vier Scherzi. Mussorgskij: Bilder einer Ausstellung
"Sie ist Japanerin und Frankfurterin und vielleicht die einfühlsamste Chopin-Interpretin der Pianisten-Szene. Die in Tokio geborene und ausgebildete Nami Ejiri lebt und arbeitet seit einigen Jahren in der Main-Metropole. Als herausragende Chopin-Interpretin hat sie sich bereits zahlreiche Auszeichnungen erspielt, doch ihr Repertoire erweitert sich zusehends. So ist sie das Wagnis eingegangen, beim Konzert in der Alten Oper Frankfurt, das hr2-kultur in 2009 gesendet hat, zwei so unterschiedliche Komponisten wie Frédéric Chopin und Modest Mussorgskij zu präsentieren.
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) lobt besonders ihre ungewöhnliche Interpretation der Scherzi Chopin: "Während andere auf die Wirkung der virtuosen Teile setzen und die ruhigen Abschnitte zu Verschnaufpausen degradieren, stellt Nami Ejiri dem atemberaubenden Furor der Eingangsteile eine klanglich subtil schattierte, von Kantilenen überstrahlte Sphäre entgegen, in der die Zeit stillzustehen scheint " und fährt fort: "Wirkungsvoll gerät der Kontrast zwischen den Chopin'schen Abgründen und der Bilderparade Mussorgskijs. Zusammengehalten wird ihre Vielfalt durch einen entschiedenen Zugriff, der im Forte auch Härten nicht scheut und auf dynamische Stufung bewusst verzichtet". Der enthusiastische Applaus des Publikums forderte noch vier Zugaben heraus."
Auftritt von Nami Ejiri auf dem Rheingau Musik Festival
Festival Marathon mit Schumann: Drei Pianistinnen spielen vier Stunden lang
[…] Umso souveräner wirkten im zweiten Programmteil die Interpretationen der in Taschkent geborenen Pianistin Evgenia Rubinova. Bereits bei ihrem Auftritt im Rahmen des diesjährigen „Rheingau Winters“ hatte sie in einem Klavierabend in der Eltviller Burg unterstrichen, dass Schumanns „Kreisleriana“ op. 16, dieser leidenschaftliche Zyklus von acht Fantasien, fest auf dem Fundament sorgfältig ausgearbeiteter Kontrapunktik steht. Diesen Eindruck bestätigte sie mit ihrem tendenziell harten Anschlag, ihrem ganz auf klangliche Trennschärfe gerichteten Spielansatz nachdrücklich.
Im dritten Programmteil ließ die Japanerin Nami Ejiri in den „Symphonischen Etüden“ op. 13 keinen Zweifel daran, dass sie bei höchster technischer Reife, etwa einem klanglich beachtlich ausgeprägten Forte-Spiel, stärker noch als ihre Kommilitonin Rubinova ungemein detailfreudig interpretiert, was gerade den kleinteiligen Szenerien des „Carnaval“ op. 9 besonders zugute kam. Beide Pianistinnen bedankten sich ebenfalls nicht mit Schumann, sondern mit Chopin für den starken Applaus. Axel Zibulski
CD's bei organophon von Nami Ejiri: Chopin
Weitere CD-Kritiken unter Nami Ejiri CD-Kritik und Informationen zur Pianistin Nami Ejiri


