Discotabel (Staatstheater Darmstadt: Theaterzeitung)

Furiosa: Manfred Bockschweiger und Joachim Enders

Wenn man an die "Königin der Instrumente", die Orgel, denkt, assoziiert man in der Regel sakrale Klänge und liturgische Texte. Im fortlaufenden 19. Jahrhundert begannen vor allem französische Komponisten, der Orgel in der weltlische Musik eine größere Eigenständigkeit und Bedeutung beizumessen. Ein populärer Vertreter des französisch-romantisch-bourgeoisen Orgelstils war der Komponist und Improvisator Louis J.-A. Lefébure-Wely. Er verstand es, einem Instrument, dem die Leichtigkeit der Barockzeit abhanden gekommen war, mit klangvoll fröhlichen Märschen, Tänzen und Präludien neue Eleganz zu verleihen.
Joachim Enders, seit 1994 Solorepetitor am Staatstheater Darmstadt und seit etlichen Jahren Organist der Petrusgemeinde in Bessungen, arrangierte einige Werke des Franzosen neu für Orgel und Trompete. Zu ihnen gesellen sich Auszüge populärer Klassiker von Schostakowitsch oder Rimsky-Korsakow sowie Evergreens der Tango-Legende Astor Piazzolla. Den virtuosen Trompetenpart übernimmt Manfred Bockschweiger, seit 1993 Solo-Trompeter im Orchester des Staatstheaters Darmstadt

 

Neue Wege

,,Furiosa" heißt eine neue CD mit Werken für Trompete und Orgel - und der Titeli st Programm: in vierzehn mitreißenden Tracks legen hier zwei Musiker Aufnahmen vor, die ganz neue Wege des Repertoires für Trompete und Orgel beschreiten. Die Besetzung Trompete und Orgel muss nicht unbedingt nur barockes Einerle darbieten, die neuen und gelungene Arrangements machen fast ausschließlich Musik aus der Romantik spiel- und hörbar. Die Ausführenden
sind zwei experimentierfreudige, leidenschaftliche Musiker und echte Könner auf ihren Instrumenten: Manfred Bockschweiger, 1. Trompeter des Staatstheaters Darmstadt sowie Joachim Enders, Organisut und Pianist und hauptberuflich Korrepetitor am Staatstheater Darmstadt musiziert an der Klaisorgel der Katholischen Pfarrkirch
St.Wolfgang in Dieburg.
Schon der ,,Walzer Nr.2" aus der 1938 entstandenen Suite für Jazzorchester von Dmitri Schostakowitsch lässt aufhorchen- so gut man dieses Werk kennt, in der Besetzung für Trompete und Orgel klingt es außerordentlich neu und spannend. Genauso begeistern die beiden Tangos von Astor Piazolla, die Joachim Enders für diese Aufnahme
arrangiert hat. Auch zwei schon fast klassische Bravourstückchen finden sich auf der CD: Smetanas ,,Tanz der Komödianten" aus der "Verkauften Braut" ebenso wie der unvermeidliche ,,Hummelflug" non Rimskij Korsakow.