
Peter Przystaniak, gebürtiger Mainzer, studierte an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt Klavier und legte dort 1982 sein Examen ab. Im Anschluss daran arbeitete er am Staatstheater Darmstadt als musikalischer Leiter des Schauspielhauses. Es folgte eine Zeit als selbstständiger Musiker, in der er zahlreiche Konzerte in den verschiedensten europäischen Ländern gab. Neben seiner pianistischen Tätigkeit ist er außerdem als Arrangeur, Komponist und Gospel-Chorleiter aktiv.

Hans-Joachim Dumeier, in Kassel geboren, studierte in Herford und Detmold Kirchenmusik sowie am Konservatorium in Straßburg Orgel bei dem Pariser Organisten Daniel Roth. Seit 1986 ist er Kantor an der Evangelischen Stadtkirche Michelstadt und konzertiert als Organist in vielen Ländern Europas sowie in den USA. Neben der künstlerischen Leitung der Michelstädter Musiknächte gilt sein besonderes Augenmerk der jüdischen Musik und Kultur. Er ist Referent des "Center of Jewish Culture and Creativity", Los Angeles für Westeuropa.

In ihrem neuen Programm setzt Irith Gabriely jetzt zusammen mit Martin Wagner, dem eigenwilligen und unorthodoxen Akkordeonisten, neue Schwerpunkte. Häufige Aufenthalte in New York inspirierten sie zu Ausflügen aus der Welt des Klezmer in die Welt eines Thelonius Monk oder eines Charlie Parker. Zusammen mit klassischen, traditionellen und eigenen Stücken ist so ein sich über musikalische Stilgrenzen hinwegsetzendes und doch homogenes, packendes Programm entstanden.
Zu bewundern ist auch hier das meisterhafte Spiel von Irith Gabriely auf der Klarinette. Ihre unverwechselbare Interpretationskunst, die auf dem soliden Hintergrund der klassischen Musikerin, gepaart mit einer Jahrtausende alten jüdischen Seele, beruht, wird noch einmal erweitert durch ein immenses Jazzfeeling. Sie lässt ihre Klarinette sprechen und singen, spielt zum Heulen schön traurig, sie swingt – und entfaltet so die ganze Seele der Musik. Aber wie immer macht Irith Gabriely auch hier das Publikum auf ihre witzige, unterhaltsame Weise zu einem wichtigen Teil des Abends.
Das Akkordeon, ein tragbares Stück Heimat, dem oftmals auch der Schmerz des Abschieds innewohnt, steht ebenso für den Aufbruch in eine neue Welt. Martin Wagner versteht es, sein druckvolles, stark rhythmisch akzentuiertes Spiel mit einer emotionalen Stimmung zu verbinden. Wie selbstverständlich verschmilzt sein jazziger freebass-style mit extravaganten Klängen und funky grooves. In diesem Programm bringt er erstmals seine Improvisationsgabe und seine solistischen Fähigkeiten voll zur Geltung.
Virtuosität, Spontaneität, Ausdrucksstärke und ein traumhaft sicheres Zusammenspiel sind garantiert durch zwei eigenständige, sich hervorragend ergänzende Musikerpersönlichkeiten. Die außergewöhnliche Kombination ihrer Instrumente sowie verrückte und überraschende Arrangements versprechen dem Publikum ein spannendes und abwechslungsreiches Programm.