Darmstädter Echo: CD Tipp
Nami Ejiri: Chopin
Sie ist wohl die bislang poetischste
Chopin-lnterpretin: Nami Ejiri,
ein neuer Stern am Pianistenhimmel.
Sie dokumentiert es in ihrer
Einspielung mit ausgewählten
Werken des polnischen Komponisten
(organo phon 90136), darunter die Polonaise-Fantaisie op. 61, Mazurken, die
wunderschöne Berceuse op. 57,
die man wohl kaum je so schwebend
leicht gehört hat, Nocturnes
und die Barcarolle, die beschaulich
ruhig und glasklar sich einschwingt,
und schließlich das
Scherzo b-Moll op. 31, in dem die
Pianistin beweist, dass sie eben
auch dramatisch, fast szenisch
dieses Werk interpretiert.
Wie von
ferne scheint eine Melodie daherzukommen, und die A-Moll-Mazurka
entschwindet ins Offene.
Das alles ist nicht nur extrem ausgehört,
sondern Ejiri betreibt Belcanto
auf dem Klavier - schließlich
war Chopin ein Bewunderer
der Opern Bellinis. Ein schier
traumhaftes Spiel der an der
Frankfurter Musikhochschule unterrichtenden Pianistin, unter deren
Händen jeder Ton ein Gedicht
zu werden scheint. Am 24. April
gibt sie in der Alten Oper in Frankfurt
ein Konzert mit Mussorgskys
"Bilder einer Ausstellung" und
den vier Scherzi Chopins.


